allgemeines zu Training
Schreibe einen Kommentar

„nicht Verhalten“ – Ein oft benutzter Begriff und seine Tücken.

Als Verhalten bezeichnet man jegliche von Außen wahrnehmbare Regung und Äußerung eines Lebewesens. Genauer gesagt ist durch Verhalten auch jedes Unterlassen einer Regung definiert. Dadurch ergibt sich der Schluss – man kann sich nicht nicht verhalten.

Dies gilt für Hunde und Menschen gleicher maßen.

Zu oft vergessen wir diesen einfachen Fakt im Trainingsalltag. Wir überlegen lange wie und wann und vielleicht auch noch wo wir bestätigen und auf welche Signale von uns der Hund reagieren soll. Dabei ist es nich minder wichtig zu definieren wann wir nicht bestätigen wollen oder welche Signale wir damit senden beziehungsweise welche Signale wir unbewusst mit senden die uns dann später zum Verhängnis werden.

Leichter fällt uns das noch in Bezug auf den Hund im Training. Er tut etwas oder er tut es nicht (oder etwas Anderes). In diesem Zusammenhang ist wohl jedem klar, dass dies etwas zu bedeuten hat. Bei uns selbst ist es da schon schwerer.

Es ist aber extrem wichtig für das erfolgreiche Training sich seiner gesamten Wirkungsweise bewusst zu sein.

Für meinen Geschmack zu oft, hört man auf Trainingsplätzen den Satz – „…dann reagierst du einfach nicht darauf!“
Dies mag in den meisten Fällen auch vollkommen richtig sein, jedoch sollte man sich schon auch bewusst machen, was dieses „nicht Verhalten“ bedeutet, denn es ist NIE einfach nur neutral.

Nicht zuletzt weil man auch ein „nicht reagieren“ nur gezielt einsetzen sollte. Die meisten Hunde erleben im Training weitestgehend eine positive Bestätigung des Besitzers durch Lob, allgemeine Zuwendung und Leckerchen. Bleibt das angestrebte FeedBack durch „nicht reagieren“ aus bedeutet das für den Hund ein nicht Erreichen des Ziels seiner Bemühungen (eine negative Straft = Entzug etwas Angenehmens). Dies kann im Training als Motivation zu besserer Leistung durchaus eingesetzt werden, solange man sich versichert, dass man den Hund nicht überfordert und er weis was eigentlich verlangt ist. Kennt man die Wirkungsweise des „nicht reagieren“ nicht oder ist der Hund aus anderen Gründen (siehe Punkte oben), gerade nicht in der Lage richtig zu arbeiten, treibt man ihn bei Wiederholung des „nicht reagieren“ in eine starke Frustration die sich unkontrolliert äußern kann und in dieser Weise im Training nichts verloren hat.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.